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Sind Sie ein guter #Zuhörer?

Vom Zuhören. Hinhören und Weghören.

 

Rufen Sie sich doch mal ihr letztes Gespräch ins Gedächtnis. Was für Bilder kommen Ihnen da in den Kopf? Vielleicht war es heute Früh mit Ihrem Partner, ein Feedbackgespräch mit einem Mitarbeiter oder ein Meeting unter Kollegen. Wie viel von dem Gespräch erinnern Sie noch? Was hat ihr Gesprächspartner erzählt, wie war er drauf? War es belanglos oder von Bedeutung? Was war das Ergebnis? Haben Sie etwas vereinbart?

Je nachdem, ob sie sich persönlich unterhalten haben oder es ein Teams oder Zoom Call war stellen wir fest, dass wir die Fähigkeit oder auch die Bereitschaft verloren haben, dem anderen #aufmerksam zuzuhören.

 

Zuhören ist die Basis für Vertrauen

Das geht aber nicht spurlos an uns vorüber. Je unaufmerksamer wir sind, desto weniger Verbindung bekommen wir zu unserem Gesprächspartner. Wir verlieren die für uns so wichtige persönliche #Beziehung.

Und denken Sie nicht, der andere merkt es ja nicht, wenn Sie beim Online Meeting nebenbei mit dem Handy WhatsApp Nachrichten beantworten oder mal schnell eine E-Mail schreiben.

Wir haben ein sehr gutes Gefühl, ob der andere wirklich bei uns ist, ob er uns zuhört. Unaufmerksamkeit ist spürbar und sie ärgert uns.

 

Unaufmerksames Zuhören ist Zeitverschwendung.

Kommt Ihnen das bekannt vor: sie sitzen vor dem Computer inmitten eines Calls mit mehreren Leuten. Ein Teil der Teilnehmer macht seine Kamera erst gar nicht an, und zwischendurch rutscht uns die Frage raus „sind Sie noch im Call“. Oder wir sehen über die Kamera nur das halbe Gesicht des anderen, den Hals in Großaufnahme oder wir liegen gefühlt auf dem Schoß im Auto des Gesprächspartners (wir wollten schon immer mal Gespräche unter dem Lenkrad führen :-)).

Um es deutlich zu sagen: diese Meetings sind Zeitverschwendung. Selbst wenn wichtige Inhalte ausgesprochen werden – wir ärgern uns und das bewirkt, dass wir einfach weniger aufnehmen und uns deutlich weniger merken können. Warum nimmt sich der andere nicht die Zeit, an den Straßenrand zu fahren, die Kamera richtig auszurichten, um das Gespräch zu führen.

Wussten Sie, dass wir 45% des Tages (im Wachzustand) mit Zuhören beschäftigt sind. Angesichts dieser Dominanz ist es doch erstaunlich, wie wenig sinnvoll wir sie nutzen.

Wir bekommen das Gefühl, ein „Nebenbei“ zu sein. Es hat in jedem Fall nichts mit #Wertschätzung zu tun.

Aber diese Haltung, immer gleich mehrere Dinge gleichzeitig machen zu müssen – oder besser zu wollen – findet auch in persönlichen Gesprächen immer mehr Einzug. Das Handy laut auf dem Tisch „ich erwarte einen dringenden Anruf“ – sorry, aber bin ich nicht wichtig? In Meetings unauffällig auffällig zu chatten – das Date für das Dinner zu vereinbaren oder vielleicht sogar auf dem Laptop an der neuen Präsentation zu arbeiten.

Kennen Sie „Phubbing“? Es ist der Begriff dafür, wenn Menschen selbst in tiefgehenden und wichtigen Gesprächen, das Handy nicht mehr aus der Hand legen.

Wie ist es bei Ihnen?

Nehmen Sie sich doch jetzt mal kurz Zeit, ein wenig in sich hineinzufühlen. Sind sie ein aufmerksamer #Zuhörer oder eher ein „Über- oder Weghörer“. Und dabei gibt es viel Abstufungen. Einige davon hier:

 

Der andere „nervt“..

Der Wille zum Zuhören ist gar nicht da.

Ignorieren Sie innerlich den anderen, da sie gar kein Interesse haben, was er zu sagen hat. Das Gespräch nervt sie schon fast. Das passiert häufig, wenn sie eigentlich mit etwas ganz anderem beschäftigt sind oder sie ihren Gesprächspartner ohnehin für unsympathisch oder inkompetent halten. Ihre Meinung über ihr Gegenüber bestimmt ihre Bereitschaft zuzuhören. Aber so vergeben Sie auch jede Chance, den anderen auch mal anders kennenzulernen.

Oder tun sie so, als ob sie zuhören – sich für den anderen interessieren – sind aber in Gedanken ganz woanders. Sie quittieren Aussagen mit “Mhhh” .. oder “Aha”.. “Interessant”… usw.. Sie täuschen die #Aufmerksamkeit nur vor.

Wir wissen schon, was der andere sagen will..

Das vorwergnehmende Zuhören

Eine weitere Variante ist eine Art selektives Zuhören. Sie hören also mit halbem Ohr zu. Und sobald ein Schlagwort fällt, zu dem Sie ein Bild/eine Meinung haben, interpretieren Sie in Gedanken den Inhalt weiter und schon ist der Gegenüber in einer Kiste Ihrer Welt. Das hier zwei völlig unterschiedliche #Wahrnehmungen über den Inhalt des Gespräches rauskommen, versteht sich von selbst.

Etwas perfider, wenn wir solche Schlagworte hören und dann selber dem anderen „das Wort aus dem Mund nehmen“ und aussprechen, was wir denken, was der andere meint.

Oder wir unterbrechen den anderen, wenn wir denken, das Gesagte ist uninteressant oder wurde ja schon mal besprochen. Wir verpassen die Möglichkeit, neue Perspektiven zu erfahren. Wir lassen den anderen einfach nicht wirklich zu Wort kommen.

 

Wir haben ehrliches Interesse…

Das aufmerksame Zuhören bis hin zur Empathie.

Dann gibt es aber auch Situationen, da versuchen wir dem andere zuzuhören. Wie verhalten Sie sich da? Hören sie einfach hin zu oder stellen Sie Fragen, um mehr Details zu erfahren oder auch sicherzustellen, dass Sie das Gesagte richtig verstanden haben? Ist es Ihnen wichtig im Gespräch Missverständnisse zu vermeiden und wollen Sie den anderen wirklich verstehen? Viele wollen einfach nur eine Bestätigung der eigenen Meinung. Wie ist es bei Ihnen?

Oder – und das ist die Königsdisziplin des Zuhörers – sind Sie sogar bereit, die Perspektive des anderen einzunehmen, auch mal „die Brille des anderen aufzusetzen“. Sich in den anderen hineinzufühlen und sind sie damit offen andere Argumente und Sichtweisen zu erkennen und anzunehmen.

Keine Frage, wir können nicht immer empathisch Zuhören aber die Facetten von Zeitverschwendung durch ignorantes Zuhören bis zu offenem, ehrlichem Interesse ist groß.

Ob im Meeting, Vorstellungsgespräch, Feedback, in Verhandlungen oder im privaten Rahmen. Die Bereitschaft, wie viel Aufmerksamkeit und Interesse wir dem anderen in einem Gespräch entgegenbringen hat mit Respekt und Wertschätzung zu tun. Schon der US Amerikanische Psychotherapeut #CarlRogers beschrieb die Bedeutung des Zuhörens auf Vertrauen.

 

Zeit und Energie sparen durch emphatisches Zuhören

Wir können viele Missverständnisse und damit Zeit sparen  (um diese wieder aus der Welt zu räumen) indem wir nicht mit halbem Ohr von einem zu nächsten Gespräch oder Meeting/Call hetzen – sondern bewusst zuhören oder auch mal ehrlich zum Ausdruck bringen, dass wir das Gespräch gerne verschieben, da wir im Moment nicht die notwendige Aufmerksamkeit aufwenden können.

Ich lade Sie dazu ein, wenn Sie das nächste Mal „Ich höre Dir zu“ sagen, dass es keine Floskel ist, sondern die bewusste Entscheidung, sich dem anderen zuzuwenden und ihm ihr ganzes Ohr zu leihen.

Lassen Sie sich überraschen… es tut gut! Allen Beteiligten 

 

Und – gut zuzuhören heißt nicht, nicht gehört zu werden.

 

 

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Angela Barzen
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