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Diese Woche stand ich auf der Bühne der Stadthalle Deggendorf. Über 360 Ausbilder. Die Frage, die sich manche stellen. ich bin Expertin für Kommunikation und Leadership. Warum rede ich über Jugendliche? Ganz einfach: die Jugend ist die Führung von morgen. Sie stark zu machen bedeutet unsere Zukunft stark zu gestalten.
Ein Raum voller Menschen, die Verantwortung tragen. Der Anlass: der Ausbildertag der IHK Niederbayern.
Ein Format, das mehr Bedeutung verdient, als ihm oft zugeschrieben wird – denn die IHK hat etwas erkannt, das viele noch übersehen:


Die Zukunft unserer Betriebe hängt nicht nur von Prozessen ab, sondern von der Stärke unserer Jugendlichen.

Und genau deswegen habe ich dort meinen Vortrag über Resilienz bei Jugendlichen und Auszubildenden gehalten.

Und ja – ich sage es bewusst provokant: Wir unterschätzen unsere Jugend. Und wir übersehen sie.

Wir reden über Fachkräftemangel, über Leistungsdruck, über “die Generation Z”, die angeblich nichts aushält – und übersehen dabei, dass wir ihnen oft weder Orientierung noch echte Beziehung anbieten. Die WHO warnt, die Zahlen steigen, die Ausfälle auch. Das überrascht mich nicht.
Was mich überrascht, ist unsere kollektive Verwunderung darüber.

Ich habe in meinem Leben viele Jugendliche ausgebildet – im Unternehmen, im Team, in Projekten. Und ich habe eines gelernt:
Jugendliche halten unglaublich viel aus – wenn jemand mit ihnen in Verbindung geht.

Die unbequeme Wahrheit:

Viele Jugendliche bekommen halbjährlich ein Feedback. Wenn überhaupt. Einige trauen sich nicht, Fragen zu stellen, weil sie nicht „nerven“ wollen.
Und viele haben längst das Gefühl verloren, dass ihr Weg einen Unterschied macht.Wir reden ständig über Motivation – aber oft fehlt das Wichtigste:

Zuwendung. Klarheit. Beziehung. Und genau deshalb war dieser Vortrag beim IHK-Ausbildertag so wichtig.

Die IHK Niederbayern hat verstanden, dass es nicht reicht, über Ausbildungsqualität zu sprechen.
Sie hat erkannt, dass Resilienz, mentale Gesundheit, Beziehungskompetenz und echte Kommunikation längst wirtschaftliche Themen sind.

Nicht weich. Nicht „nice to have“. Notwendig.

Was Jugendliche wirklich brauchen?

  • Regelmäßiges Gespräch statt Pflichtgespräch.
    Orientierung entsteht nicht im Kalender, sondern im Kontakt.

  • Stärken statt Defizite.
    Wer ständig hört, was er nicht kann, entwickelt keine Zukunft.

  • Echte Vorbilder – keine Manager.
    Jugendliche sehen sofort, ob wir meinen, was wir sagen.

  • Emotionen, die Raum haben dürfen.
    Stress verschwindet nicht, weil wir ihn ignorieren.

  • Ressourcen, bevor es brennt.
    Resilienz beginnt nicht im Krisenmoment, sondern weit davor.

Wenn wir eine starke Zukunft wollen, brauchen wir eine starke Jugend. Und eine starke Jugend entsteht nicht zufällig. Sie entsteht durch uns.

Durch Menschen, die mutig kommunizieren.Die nicht wegsehen. Die aushalten.Die begleiten. Die führen – nicht verwalten.

Der Ausbildertag hat mir gezeigt:
Es gibt immer mehr Unternehmen, die verstanden haben, dass Führung heute Beziehung bedeutet.

Und wenn ich dort auf der Bühne stehe und 360 Ausbilder höre, die sagen:
„Wir wollen es besser machen.“ Dann weiß ich: Es bewegt sich etwas. Wir bewegen etwas. Gemeinsam.

Die Jugend ist die Führung von morgen – und damit unsere Zukunft.


 

Angela Barzen