Wie gehe ich mit meiner inneren “Feuerwehr” um?

Draußen wird es so langsam kalt. Der warme Pulli, Schal und Mützen holen wir wieder

aus dem Schrank. Und so ein bisschen fröstelt uns bei dem Gedanken, was in den kommenden Monaten auf uns zu kommt. Wir freuen uns über die Ideen der Gastronomie, wie wir weiter mit Heizpilzen die Outdoor-Saison verlängern können. Heute ging ich in eines meiner Lieblingscafés in Schwabing (es regnet, also ist im Freien sitzen leider nicht möglich) und wie überall in der Gastronomie – sind zwischen allen Tischen Scheiben aufgestellt. Klar, nur so können sie einigermaßen guten Umsatz generieren. Trotzdem fühlt es sich fremd an. Es entsteht eine Distanz zwischen den Gästen, die (zumindest von mir) so nicht gewollt ist. Wie wird das nun bis zum Frühling? Was können wir tun, damit es uns warm „um´s Herz“ wird und wir mit guten Gefühlen durch den Corona Herbst und Winter kommen.


Als erstes besinne ich mich darauf, warum ich gerade in diesem Café sitze – obwohl es alles andere als um die Ecke von mir ist. Es ist multikulturell, ganz viele Nationen sind hier und alle gehen freundschaftlich miteinander um. Der Service hat immer ein Lächeln für mich, mein Hund wird herzlich begrüßt und bekommt seine Streicheleinheiten und einen Napf mit frischem Wasser.

Die Aufmerksamkeit spiegelt sich in dem Ausdruck der Gesichter wieder, die hier arbeiten.

Ich sehe immer ein Lächeln hinter den Masken – und so sind auch die Gäste. Ich schaue mich um, und alle haben ein freundliches Gesicht.


Ich suche in dieser Zeit geradezu nach Orten mit dieser Stimmung. Mein Tipp: Suchen auch Sie nach diesen Orten, die Ihnen ein gutes Gefühl geben, die Sie Luft holen lassen von diesen negativen Nachrichten, die gerade jetzt wieder vermehrt durch die Presse gehen.  

In dieser unsicheren Situation brauchen wir Kontakt und Beziehung, um Sicherheit zu erleben. Das geht auch mit Abstand, Maske und Glasscheiben .


Diese sogenannte psychische Sicherheit ist wichtig, um gut durch diese Zeit zu kommen.

In den Nachrichten werden wir aufgefordert, wieder zu Hause zu bleiben, unsere Wohnung nur mit gutem Grund zu verlassen, weniger Freunde zu treffen. Wir haben alle den Gedanken: „Das kenne ich schon, das hatten wir doch schon mal.“ Im Rahmen meiner Coachings höre ich Sätze wie: „Ich bekomme Angst“, „Ich mache mir Sorgen“, „Ich fühle mich leer“, „Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll“, „Ich bin wie gelähmt“…

Oder anders ausgedrückt: Unser Alarmsystem im Kopf macht mächtig Lärm. Und das ist völlig normal. Bei komplexen, unsicheren Situationen gerät unser Bedürfnis nach Sicherheit in Gefahr. Verstärkt wird das, wenn wir den Eindruck haben, wenig Einfluss zu haben – wenn also unsere Selbstwirksamkeit eingeschränkt wird. Und wenn wir dann noch unsere persönlichen Kontakte stark reduzieren sollen, dann ist es für unseren Kopf schwer, klar zu denken, Wege und Möglichkeiten zu sehen.


Wie können wir nun unsere „innere Feuerwehr“ – in der Fachsprache heißt dieser Teil des Gehirns Amygdala – wieder beruhigen. Wie schaffen wir es, dass wir den „Wald vor lauter Bäumen“ sehen?

Ein Weg ist die Suche nach positiven Erlebnissen, für mich z.B. der Besuch in „meinem“ Café. Dort hole ich mir eine gute Portion positiver Gefühle und merke, dass wir alle ein gemeinsames Ziel habe. Das Ziel, möglichst bald wieder „normal“ leben zu können. Ich erlebe Verbundenheit, kann mich austauschen. In der Psychologie nennen wir das „safe and connect“. Es ist eines der besten Vorbeugungen gegen Stress. Und negativer Stress ist genau das, was wir empfinden, wenn unser System Alarm schreit. 


Das Interesse, wie andere mit den Begleiterscheinungen von Covid 19 leben und die Suche nach Menschen, denen der Umgang damit scheinbar leichter fällt, ist ein weiterer Aspekt, der uns Sicherheit vermittelt. Dazu gehört auch, vorausschauend zu denken und zu handeln. Was können wir jetzt tun, falls wir erneut einen Lock Down bekommen? Was für kleine Schritte können wir gehen? Was hilft uns und was brauchen wir? Vielleicht schreiben Sie sich die Punkte auf oder visualisieren Sie sie. Das macht es Ihnen leichter, wenn es kritisch wird, auf Ihre Ressourcen zurückzugreifen.


Wenn wir es schaffen, unsere Alarmsystem zu beruhigen, dann sind wir in der Lage auch wieder den Sinn zu sehen in dem, was wir tun. 


Ich habe mir als Erinnerung ein Bild eines animierten Feuerwehrautos auf meinen Schreibtisch gestellt. Es sitzt ein kleiner Drache darin, der gerne Feuerwehmann werden möchte. Und wann immer es mir zu viel wird, schaue ich das Bild an und muss lachen. Für mich ist Humor eine Ressource, die ich brauche. 

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