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Mit positiver Psychologie

Wenn wir Nachrichten hören, Zeitschriften lesen oder einfach Gesprächen in unserem Umfeld lauschen: es dominieren Themen wie Klimawandel und Pandemie. Unser Leben wird und wurde nachhaltig dadurch verändert. Eine Sicherheit scheint schwierig. Also gilt es mit Unsicherheiten zu leben. Mit positiver Psychologie gelingt es [besser].

Nicht zu wissen, wie es weitergeht, ist für die meisten Menschen belastend. Themen, von denen ich nicht weiß, wie sie weitergehen, oder/und wenn ich nicht sicher bin, ob ich die Situation beeinflussen kann, sorgen für negativen Stress. Wobei nicht alle Menschen gleichermaßen betroffen sind. Es ist eine Frage der Toleranz im Umgang mit Unsicherheiten.

Und es ist eine Frage der Resilienz, wie schnell erhole ich mich von einem einschneidenden und belastenden Ereignis.

 

Mit positiver Psychologie zu mehr Gelassenheit

Die Positive Psychologie beschäftigt sich mit dem Thema ‚gelingendes Leben‘ oder einfacher ausgedrückt geht es darum, wie ich ein erfülltes und glückliches Leben führen kann. Naheliegend, dass wir in dieser Wissenschaft viele Ansätze finden, wie wir gelassener mit unsicheren Zeiten umgehen können.

 

Gelassenheit ist eine Frage der Haltung

In Unzufriedenheit baden?

Wir kennen das alle: das Wetter ist fürchterlich, es regnet in Strömen. Und wir schimpfen darüber, wir wollen doch gerade heute einen tollen Spaziergang machen. Nicht genug, dass uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, wir verschlimmern unsere schlechte Laune auch noch, in dem wir sie damit befeuern, dass wir uns in unserer Unzufriedenheit „baden“. Wenn wir jedoch akzeptieren, was wir nicht ändern können und uns Alternativen überlegen (wie wäre es mit einem Kinobesuch), dann öffnen wir uns für positive, vielleicht auch überraschende Erlebnisse.

 

Alles unmöglich?

Wir können heute weder die Pandemie noch den Klimawandel „verschwinden“ lassen. Wir können aber unsere Haltung verändern und damit unseren Umgang mit der Situation. Wir können uns darauf konzentrieren, was wir Positives haben und aktuell erleben, anstelle unseren Fokus darauf zu richten, was gerade nicht möglich ist.

Und wir haben die Möglichkeit, uns Gedanken dazu zu machen, was wir zu einer Verbesserung der Lage beitragen können. Was können wir, jeder Einzelne dazu beitragen, dass der Klimawandel nicht schneller voranschreitet, und was kann jeder von uns tun, um die Pandemie einzudämmen.

 

Immer nur jammern?

Ich hatte heute Handwerker im Haus und sie erzählten mir, dass das Schlimmste für sie aktuell sei, dass fast alle Menschen nur jammern. Egal in welches Haus sie kommen, und auch wenn sie einen neuen Boden verlegen, die Wände neu gestrichen haben, erzählen die Kunden nur, wie schrecklich gerade alles sei und dass ihnen die Pandemie auf den „Wecker“ geht. Dass sie jetzt ein viel gemütlicheres Zuhause haben, wird gar nicht mehr richtig wahrgenommen; die Freude über eine fertige Renovierung nur noch ganz nebenbei realisiert. Das Leuchten in den Augen, das es früher gab, wenn sie ein Haus verlassen, und die Begeisterung über das „neue“ Haus, die „neue“ Wohnung sei nicht mehr spürbar.

 

Was ist wirklich wahr?

Die Falle der subjektiven Wahrnehmung

Eine objektive Wahrheit gibt es nicht. Wir sehen alles durch unsere ganz persönliche Brille. Die Gläser sind durch unsere Erfahrungen, Erwartungen und unsere aktuelle Situation „geschliffen“. Fragen wir 2 Personen nach dem Ablauf der gleichen Situation, so werden wir 2 Geschichten hören. Wenn wir nun etwas Schwieriges erleben, eine schlechte Erfahrung machen… wieviel davon ist wirklich schlecht?

 

Mismatching: Der trügerische Vergleich mit alten Erfahrungen

Wir vergleichen Situationen gerne mit alten Erfahrungen, die schlecht ausgingen, die uns nicht gelungen sind. Man nennt das Mismatching. 80% der Deutschen verhalten sich so.

Es lohnt sich, gedanklich Alternativen durchzuspielen. Folgende Fragen können dabei helfen:

  • Ist die Situation, wie ich sie wahrnehme, wirklich so?
  • Wie könnte sie aus einer anderen Perspektive gesehen werden?
  • Wie könnte ich eine positive Erfahrung daraus ziehen?
  • Was für alternative positive und negative Ausgangsszenarien wären denkbar?
  • Wie wahrscheinlich ist die negativste Variante und wie wahrscheinlich die positivste?

Katie Byron hat hierüber in The Work ein wirklich lesenswertes Buch geschrieben. Sie beschreibt die Technik „Ist es wirklich wahr“ anschaulich und es lädt zum Ausprobieren ein.

Wie wahrscheinlich ist es, dass wir in 2 Jahren immer noch in einer Pandemie mit Lockdowns, Schulschließungen, Restaurantöffnungen nur bis 22 Uhr etc. leben?

 

Die Macht Positiver Psychologie

Stärken als Unterstützer

Gerade in Zeiten der Unsicherheit (wobei ich die Frage stelle, ob es jemals eine Zeit der Sicherheit gab, wie wir sie jetzt gerne hätten?) neigen wir dazu, den Fokus auf Dinge zu richten, die wir nicht können.

  • „Wir sind noch nicht perfekt im Umgang mit Online Meetings.“
  • „Uns fällt es schwer ohne Kollegen im Home-Office zu arbeiten.“
  • „Können wir je wieder unbeschwert in den Urlaub fliegen?“
  • usw.

 

An Stärken erinnern & Teamgeist, Kreativität und Optimismus erwecken

Der Umgang mit diesen Fragen aber auch mit allen Unsicherheiten fällt uns deutlich leichter, wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen.

Hier exemplarisch ein paar Stärken: Kreativität, Teamgeist, Humor, Fairness, Freundlichkeit, Loyalität, Mut, Sinn für das Schöne, Optimismus etc… Wie können wir unsere Stärken einsetzen, um Herausforderungen zu meistern? Wie werden unsere Stärken zu unseren Unterstützern? In zahlreichen Coachings erlebe ich, wie Menschen Wege und Möglichkeiten erkennen, wenn Sie sich mit ihren Stärken vertraut gemacht haben.

 

So erkennen Sie Stärken (wieder)

Ein erster Schritt, um Ihre Stärken zu erkennen: Erinnern Sie sich an eine Situation, die Sie gemeistert haben, und denken Sie darüber nach, wie Ihnen das gelungen ist. Nehmen Sie sich Zeit dafür, erleben Sie die Situation im Kopf mit allen Emotionen noch einmal. Welche Stärke von Ihnen hat dazu beigetragen, dass Sie erfolgreich im Umgang mit der Herausforderung waren? Benennen Sie sie konkret.

 

 

Hol Dir deinen persönlichen Booster – Positive Emotionen

Mit positiver Psychologie geht’s leichter!

Kaum etwas stärkt uns mehr als das Erleben positiver Emotionen. Sicher, manchmal fällt es uns schwer, uns gut zu fühlen – aber wir haben es oft selbst in der Hand.

Emotionen entstehen aufgrund der Bewertung einer Situation. Dies bedeutet auch, was einer als Freude empfindet, löst beim Anderen vielleicht sogar Panik aus. Ich z.B. bin begeisterter Taucher und ich bin immer völlig begeistert, wenn ich einen Hai sehe.

 

Der durchschlagende Effekt positiver Gefühle

Was machen denn nun positive Gefühle mit uns? Na klar, sie machen uns glücklich, alles wirkt leichter und unbeschwerter. Zumindest, wenn es große positive Emotionen sind. Leider nehmen wir die kleinen oft gar nicht wahr, da sie oft diffus sind, schnell vergehen oder sich mit anderen Gefühlen überlappen.

Aber es ist wissenschaftlich erwiesen, dass positive Gefühle unsere Kreativität und damit die Fähigkeit, Probleme zu lösen, steigern. Sie fördern weiter die Stabilität sozialer Beziehungen. Barbara Fredrickson (eine der führenden Forscherinnen der Positiven Psychologie) entwickelte die Broaden-and-Build- Theorie. Sie besagt, dass positive Emotionen die Aufmerksamkeit erhöhen. Kurzfristig werden wir offen für Neues, sind interessierter. Wir erkennen Ressourcen und bauen sie langfristig auf. Dies wiederrum führt erneut zu positiven Gefühlen. Es kommt zu einer Aufwärtsspirale.

Erstaunlicherweise geht es hier nicht ausschließlich um soziale Ressourcen, sondern es wird auch unser Immunsystem gestärkt. Nachweislich sinkt u.a. das Herzinfakt- und Schlaganfallrisiko.

 

‚Positives Portfolio‘ für positive Emotionen

Wie hole ich mir denn nun positive Emotionen, wenn ich mich gerade ziemlich bescheiden fühle? Ich möchte an dieser Stelle eine von zahlreichen Möglichkeiten kurz vorstellen: Erstellen Sie ein positives Portfolio. Wählen Sie 10 unterschiedliche positive Emotionen aus. Jetzt erinnern Sie sich für jedes Gefühl einzeln, wann Sie es schon mal erlebt haben, und was für ein Bild oder Gegenstand Sie daran erinnern kann. Heben Sie die „Schätze“ in einer kleinen Kiste auf und holen Sie sie bei Bedarf hervor, oder erstellen Sie eine Collage, die Sie täglich sehen etc.

Und wenn Ihnen jetzt keine 10 positiven Emotionen einfallen, wie wäre es mit: Freude, Dankbarkeit, Inspiration, Liebe, Staunen (Ehrfurcht), Heiterkeit, Hoffnung, Vergnügen, Stolz, Liebe

Diese Möglichkeiten, gelassener mit Herausforderungen umzugehen, sind nur ein Auszug und sollen nur eine Idee vermitteln, wie sehr wir unsere Situation beeinflussen können. Dass wir es in der Hand haben, ob das berühmte Glas halb leer oder halb voll ist, ob wir Schwierigkeiten als persönliche Katastrophen oder Lernchancen wahrnehmen.

 

Erweitern Sie Ihre Möglichkeiten – mit Ihrer erweiterten Aufmerksamkeit klappt es

Alle Ansätze haben eines gemeinsam: wir verlassen den Tunnelblick, unsere Aufmerksamkeit wird weiter. Wir nehmen neue Wege und Möglichkeiten wahr. Das Gefühl von Selbstwirksamkeit steigt. Es fällt uns leichter, uns und Situationen anzunehmen, und damit steigt auch unser Selbstwert. Und das führt zu mehr persönlicher Sicherheit und Gelassenheit.

 

Und was dann noch hilft :

„Manchmal steigt man morgens aus dem Bett und denkt sich, dass man es nicht schaffen wird, aber innerlich lacht man darüber und erinnert sich an die vielen Male, die man das schon gedacht hat.“ Charles Bukowski

 

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Angela Barzen
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