Kann Burnout ein “Freund” sein?

Kann Burnout ein “Freund” sein?

Kann Burnout ein “Freund” sein?

In den kommenden Wochen werden die neuen WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) Zahlen erwartet. Viele nehmen an, dass Burnout und Depression jetzt bereits an Nr. 1 der häufigsten Gründe für Arbeitsausfall steht. Also vor Beschwerden an der Wirbelsäule, Kreislaufproblemen oder Herzinfakt. Der Begriff Burn-out bezeichnet eine Erkrankung die mit dem Gefühl des Ausgebrannt-Seins beschrieben wird.

Wir nehmen uns viel Zeit für Sport und gesunde Ernährung, um körperlichen Krankheiten vorzubeugen. Mal ganz abgesehen davon, dass Burnout mit körperlichen Beschwerden einhergeht und oft die ersten Symptome darstellt…  sollten wir uns nicht mehr um unser Wohlbefinden, um psychisches Wohlbefinden kümmern und so unser psychisches Immunsystem stärken?

Viele fragen mich: Woran erkenne ich Burnout? Wie fängt es an? Ist es das gleiche wie Depression? Es gibt keine einheitliche Definition. Burnout ist ein schleichender Prozess und ist nicht plötzlich da. Die ersten Symptome sind meist Schlafstörungen und Grübeln, gefolgt von Zerstreutheit und Konzentrationsproblemen. In den späteren Phasen kommt es zu Aggressivität, Reizbarkeit, sozialem Rückzug und einem gefühlten Überfordert-Sein – schon bei Routineaufgaben. Es kann bis zu Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken kommen. In dieser „Hochphase“ ist Burnouts von Depression kaum zu unterschieden. In den frühen Phasen liegt der wesentliche Unterschied in dem Verantwortlichmachen für Situationen. Der Betroffene sucht die „Schuld“ bei anderen, hingegen der Depressive stellt sich selbst in Frage (vgl. Burisch, Burnout-Kur). Damit wird Burn-out oft ein Problem zwischen Betroffenen und Angehörigen sowie Freunden. Auch am Arbeitsplatz kommt es durch die Angriffe gegenüber Kollegen leicht zur Isolation.

Viele denken, Burnout tritt nur bei akutem Stress und im beruflichen Kontext, am Arbeitsplatz auf. Besonders häufig findet man diese Symptome bei Lehrern, Ärzten/in Pflegeberufen sowie bei Managern und Führungskräften. Ursachen sind immensen Anforderungen, hoher Leistungsdruck, hoher Verantwortung und extremer Arbeitsaufwand.

Aber auch Mütter und Schüler sind immer mehr betroffen. Burnout durchzieht unsere Gesellschaft. Und es gibt Bore-Out, mit den gleichen Symptomen. Die Ursache liegt hier in einer dauerhaften Unterforderung, verbunden mit dem Gefühl von einer Sinnlosigkeit und des Nicht-Gebraucht- Werdens.

Was steckt nun dahinter und was kann ich tun, um erst gar nicht in diesen Erschöpfungszustand zu kommen und wie kann ich bei den ersten Anzeichen gegenzusteuern?

Burnout ist eine Aufforderung, etwas in unserem Leben in Ordnung zu bringen. Wir haben nicht genug auf uns aufgepasst, Signale übersehen, sind zu wenig achtsam mit uns umgegangen.

Ich höre auch immer wieder: „das schaffe ich“, „Burnout ist doch eine Modekrankheit oder Einbildung, wenn sich jemand vor Verantwortung drücken will“, „ich werde nicht krank“ oder „das bekommen die anderen“. Ohne sich dessen bewusst zu sein, solche Aussagen sind schon der erste Schritt zum Wegschauen, nicht auf sich zu sehen und damit eine gute Basis für Burnout. Wir sollten es nicht auf die leichte Schulter nehmen. Das Burnout-Syndrom ist eine psychosomatische Krankheit, die in den späteren Phasen in Form einer Psychotherapie behandelt werden muss und meist mit einem Aufenthalt in einer Klinik verbunden ist. Im so wichtiger ist es, frühe Beschwerden ernst zu nehmen. Die Symptome können ein Zeichen sein, endlich aufzugeben. Durchhalten ist nicht immer sinnvoll und auch nicht immer zielführend.

Burnout können wir aber gerade in den frühen Stadien als einen Freund ansehen. Er warnt uns. Er gibt uns Zeichen, noch rechtzeitig etwas zu ändern. Er sagt uns „du gehst zu weit“, „du lebst in einem System oder Umfeld, dass dir nicht guttut“. Leider hören wir oft nicht auf Freunde. Denn um Burnout bereits in den frühen Stadien abzuwenden, sind Veränderungen erforderlich. Und das mögen wir nicht so gerne. „es wird schon wieder alles gut“ oder „es nur eine kurze Phase“… so oder so ähnlich reden wir uns die Situation schön. Wir bleiben so gerne in unserer gewohnten Komfortzone, selbst, wenn sie uns schadet. Wichtig ist, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Hier hilft betroffenen Menschen oft ein Coaching. In dem Rahmen werden Denkprozesse angestoßen, die Lebenssituation betrachtet, Risikofaktoren aufgedeckt und Wege für notwendige Veränderungen gefunden. Burnout und Burnout-Profylaxe oder -Vorbeugung greifen in 3 Ebenen: den Emotionen, dem Kopf (der Verarbeitung) und im Verhalten.

Um es einfacher auszudrücken: was ich spüre, muss ich auch verstehen und entsprechend handeln. Daher ist es wichtig, sich selbst besser kennen zu lernen. Warum verhalte ich mich so, wie ich es tue? Was kann ich ändern und was nicht? Wo habe ich Ressourcen? Was kann ich alles verbessern und was ist mir wichtig in meinem Leben?

Auf diese Pfeiler stütze ich meine Workshops, Seminare und Coachings.

Eine Kleinigkeit, die ich hier schon mal mitgeben möchte und die unser psychisches Immunsystem stärkt: machen sie sich bewusst, für was sie dankbar im Leben sind. Und schreiben Sie es auf – 1 x pro Woche in ein Buch. Oder sprechen sie dieses positive Gefühl an. Dankbarkeit hat den schönen Effekt; es tut dem gut, der es ausspricht und dem, der es empfängt.



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